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Die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in der Schweiz

Das Zahlungsverhalten von Herr und Frau Schweizer befindet sich in einem rasanten Wandel, der durch Corona 2020 noch beschleunigt wurde. Digitalisierung heisst das Gebot der Stunde – gerade auch zu Pandemiezeiten. Und das nicht bloss, weil sich digitale Zahlungen kontaktlos abwickeln lassen, sondern auch, weil sich die Benutzerfreundlichkeit der digitalen Zahlsysteme laufend verbessert und sich gleichzeitig die Transaktionskosten reduzieren.

Eine Milliarde bezahlte Rechnungen

Es sind beeindruckende Volumen, mit denen die Bezahlsysteme hierzulande aufwarten können. So bezahlen die 8.6 Mio. Einwohner und rund 600'000 Unternehmen in der Schweiz pro Jahr rund eine Milliarde Rechnungen über das Schweizer Bankensystem. Etwa 400 Millionen dieser Rechnungen werden von den Konsumenten beglichen. Trotz aller Digitalisierungs-bemühungen ist der altgediente Einzahlungsschein mit rund 800 Mio. Zahlungen pro Jahr bislang nach wie vor das dominierende Zahlungsmittel im herkömmlichen Distanzgeschäft (Rechnungssteller und -empfänger stehen sich nicht direkt gegenüber). Die Anteile der moderneren Rechnungsformate wie eBill oder die QR-Rechnung sind zwar aktuell noch marginal, sie wachsen aber auf tiefem Niveau kräftig. Gemäss Angaben der SIX verdoppelt sich beispielsweise das Volumen der QR-Rechnungen monatlich. Im Oktober 2020 wurden aber erst rund 470'000 QR-Rechnungen beglichen. Damit liegt die Ausbreitung nach der letztjährigen Lancierung weit unter den Erwartungen. Die langsame Verbreitung hängt sicher auch mit dem von den Banken gewählten Weg der sanften Migration zusammen – es gibt keinen Zwang zur Umstellung. So schieben grosse Rechnungssteller wie Telekommunikations-Unternehmen oder Versicherungen den Wechsel vor sich hin, weil sie die hohe Komplexität ihrer Systeme sowie die Kostenintensität der Einführung scheuen. Eine deutliche Zunahme der Nutzung dürfte die QR-Rechnung dann erfahren, wenn die alten Einzahlungsscheine aus dem Verkehr gezogen werden. Es zirkulieren Gerüchte, dass dies bereits Ende 2022 der Fall sein könnte.

eBill – die Rechnung der Zukunft

Viele digital affine Marktteilnehmer kümmert die Entwicklung der QR-Rechnung indes nur noch am Rande. Sie sind gedanklich bereits einen Schritt weiter, beim zeitgemässeren Format der eBill, die aber trotz Modernität auch ihre Mängel aufweist. So können eBills bisher ausschliesslich im E-Banking des Empfängers ausgeliefert werden, wodurch sich das System für den B2B Einsatz gleich selbst disqualifiziert. Viele Unternehmen wollen die Rechnungen nämlich zuerst durch die richtigen Stellen prüfen lassen. Aber nicht jeder Mitarbeiter, der für eine Rechnung verantwortlich ist, hat auch Zugriff aufs E-Banking des Unternehmens. Mit geplanten Neuerungen wollen die Banken diese Hinderungsgründe sukzessive beseitigen und so eine stärkere Verbreitung anstreben. So soll es gemäss aktueller Planung ab 2022 z. B. möglich sein, eBills direkt in die ERP-Software des Rechnungsempfängers auszuliefern. Eine solche Erweiterung käme den Abläufen der Unternehmen nicht nur im Zahlungsverkehr sondern auch in der Buchhaltung entgegen. Dadurch dürften sich die Prozesse erheblich effizienter gestalten lassen, was zu praktischen Vorteilen für die Unternehmen und damit zu einer beschleunigten Verbreitung der eBill führen wird. Die vereinfachte Lookup-Funktion (generelle Freischaltung des Rechnungsempfängers gegenüber allen Rechnungsstellern) und die zentrale eBill-Infrastruktur für die gesamte Schweiz, die es den Rechnungsstellern enorm vereinfacht, ihre Kunden über die verschiedenen Banken zu erreichen, wurden bereits eingeführt und dürften die Ausbreitung der eBill zusätzlich befeuern.

b.link – die offene Bankenschnittstelle als Treiber der Digitalisierung

Mit der Bankenschnittstelle b.link will die SIX einen einheitlichen Standard für Schweizer Banken-API etablieren. Das Konzept sieht vor, dass sich Softwareanbieter und Anwender direkt bei der SIX anschliessen. Dadurch reduziert sich die Komplexität und der Aufwand, der durch die Anbindung zahlreicher individueller Banken entstünde. So soll b.link dem Endkunden den Vorteil bringen, dass er in wenigen Minuten eine Anbindung seiner Buchhaltungssoftware an eine beliebige Bank bewerkstelligen kann. Der gesamte altmodische Papierweg mit dem Versand und der gegenseitigen Unterzeichnung von Verträgen soll entfallen. Nebst dem einfachen Austausch profaner Banktransaktionsdaten soll es dereinst auch eine Wealth- und eine Hypotheken-API geben. Damit könnte der für den Kunden aufwändige Transfer werthaltiger Kundenbeziehungen mit Depots und Finanzierungen von einer Bank zu anderen in Zukunft erheblich erleichtert werden. Unabhängig davon, was und wie die SIX liefern wird, werden Banken-APIs der Digitalisierung des Zahlungsverkehrs weiteren Schub verleihen und ganz neue Anwendungen ermöglichen.

Am POS wird (noch) mit Bargeld bezahlt

Noch hält das Bargeld in der Schweiz seine Vormachtstellung als wichtigstes Zahlungsmittel an den Verkaufspunkten. Der Anteil der Bargeldzahlungen am gesamten Transaktionsvolumen für den täglichen Konsum beträgt immer noch stattliche 37 %. Er nimmt aber rasant ab. In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Verschiebung weg vom Bargeld ohnehin beschleunigt, 2020 hat Corona den Trend noch einmal zusätzlich befeuert. So haben nebst den Debit- und Kreditkarten auch mobile Bezahllösungen einen Teil der Bargeldtransaktionen abgelöst.

Die Weiterentwicklung der Debitkarte

Mit Schweizer Debitkarten wurden 2019 erstmals über 1 Mia. Transaktionen abgewickelt – eine beachtliche Volumenzahl, die 2020 erneut um über 10 % zulegen konnte. Lediglich 2 % der Debitkartenzahlungen fanden im Ausland statt. Zwischen 2005 und 2019 haben sich die Debitkartentransaktionen insgesamt mehr als vervierfacht. Inzwischen machen die kontaktlosen Zahlungen mit Debitkarten bereits 45 % der Präsenzzahlungen im Inland aus. Der Kartenumsatz von Schweizer Debitkarten belief sich 2019 auf rund CHF 54 Mia und hat sich seit 2005 mehr als verdoppelt. Aktuell erfährt die Debitkarte in der Schweiz die grösste Veränderung seit ihrem Bestehen. Die altgediente und allseits beliebte Maestrokarte wird nämlich sukzessive von der neuen Debit Mastercard abgelöst und verschwindet in relativ kurzer Zeit vom Markt. Mit der neuen Debit Mastercard stehen sämtliche Funktionen der Maestrokarte ebenfalls zur Verfügung. Zusätzlich kann die Karte nun aber auch für den Einkauf im Internet oder zur Hinterlegung von Kautionen – z. B. für einen Mietwagen - eingesetzt werden. Auch der Einsatz im Zusammenhang mit mobilen Bezahlsystemen wie Apple-, Google- oder Samsung-Pay, ist neu ohne weiteres möglich. Die Anwendung im Internet erfordert ergänzende Sicherheitsfunktionen. Diese werden - zusammen mit einem bunten Strauss an weiteren interessanten Features – via DebX-App auf das Smartphone der Benutzer ausgerollt. Es ist angedacht, über die DebX-App künftig auch Anwendungen wie TWINT oder Sonect bedienen zu können. Sollte sich diese Vision in die Realität umsetzen lassen, dann dürfte die Debit Mastercard in Kombination mit der DebX-App in Zukunft wohl unbestritten das wichtigste Zahlungsmittel der jüngeren Generationen in der Schweiz werden. Spätestens zu dem Zeitpunkt wird das Smartphone für die Menschen unterwegs wichtiger sein als das Portemonnaie. Bei der Spar- und Leihkasse Frutigen AG wird die neue Debit Mastercard im Februar 2022 an sämtliche Kunden ausgeliefert.

Die Kreditkarte gerät unter Druck

Gegenüber den eindrucksvollen Werten der Debitkarten wirkt der Kreditkarteneinsatz schon fast bescheiden. So wurden mit Schweizer Kreditkarten 2019 "nur" rund 530 Mio. Transaktionen abgewickelt, rund 40 % davon im Ausland. Mit der Kreditkarte wurden 2019 bereits mehr als die Hälfte der Präsenzzahlungen – oder 34 % des Umsatzes – kontaktlos getätigt. Das Transaktionsvolumen hat sich zwischen 2005 und 2019 verfünffacht. Der Umsatz betrug 2019 rund CHF 47 Mia. – davon entfielen rund CHF 26 Mia. auf Bewegungen im Ausland. Auch bei den Kreditkarten hat sich der Umsatz seit 2005 mehr als verdoppelt. Trotzdem wird die Kreditkarte gegenüber der Debitkarte auch in Zukunft einen schweren Stand haben. Mit den neuen eCommerce-Features, also speziell für den Einkauf im Internet, greift die Debitkarte einen wichtigen und schnell wachsenden Verkaufspunkt an, der bis heute praktisch exklusiv den Kreditkarten vorbehalten war. Weil die Debitkarte weniger als die Hälfte einer klassischen Kreditkarte kostet, wird sie dank dem erweiterten Angebot eine gewichtige Konkurrenz für die Kreditkarte. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Konsumenten heute mit einer Gratis-Kreditkarte oder einer klassischen Kreditkarte unterwegs sind. Sie wird als Ergänzung zur Debitkarte mitgeführt. Die neue Debitkarte bringt für die Konsumenten nebst allen bekannten Funktionen eine Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit – die Karte muss nicht geladen werden – sowie eine Kostenreduktion – auf die Kreditkarte kann verzichtet werden, es fallen nur noch die Ohnehin-Gebühren für die Debitkarte an. Mit den klassischen Kreditkarten werden weiterhin die in der Gebühr enthaltenen Versicherungsleistungen geliefert. Damit differenziert sich diese Karte eigentlich auch in Zukunft von der Debitkarte und findet ihre eigene Positionierung. Allerdings war es schon in der Vergangenheit schwierig, den Wert der im Leistungsumfang enthaltenen Pauschalversicherungen richtig einzuschätzen. Für viele Konsumenten war der Zusatznutzen schlichtweg nicht erkennbar. Durch das Zusammenrücken der Angebote wird es für die klassischen Kreditkarten noch schwieriger werden, ihre durchaus vorhandenen Vorteile herauszustreichen und für den Konsumenten transparent zu machen. Die nächsten Jahre werden zeigen, für welche Lösungen sich die Menschen entscheiden. 

Mobile Bezahlsysteme werden beliebter

Mobile Bezahlsysteme galten in der Schweiz lange Zeit als Nischenangebote. Das hat sich in den letzten zwei Jahren geändert. So zeigt eine Studie der Hochschule Luzern, dass sich inzwischen bereits 40 % der Schweizer Bevölkerung über 15 Jahren bei TWINT, dem derzeit meistgenutzten Anbieter in der Schweiz, registriert haben. TWINT alleine verzeichnete im September 2020 etwas mehr als 10 Mio. Transaktionen im Wert von CHF 551 Mio., was etwa dem Dreifachen des gleichen Monats im Vorjahr entspricht. Im Februar 2020, also im Monat vor den Covid-19 Massnahmen wurden bei TWINT noch 5.3 Mio. Transaktionen mit einem Volumen von CHF 291 Mio. abgewickelt. Die Tendenz ist also trotz – oder wahrscheinlich gerade wegen – Corona stark steigend. Die Verfasser der Studie der Hochschule Luzern gehen davon aus, dass sich die Anzahl der Transaktionen mit mobilen Bezahllösungen in nächster Zeit weiter erhöhen wird. Für 2022 rechnet man mit etwas weniger als 400 Millionen Transaktionen pro Jahr – und damit mit einem Marktanteil von knapp 10 %.

Auch die Spar- und Leihkasse Frutigen AG digitalisiert

Die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs schreitet auch bei der Spar- und Leihkasse Frutigen AG unbeirrbar voran. Mit E-Banking und der Mobile Banking App bietet die Bank moderne Lösungen an, die einfach zu bedienen und vor allem sicher sind. So hat die Bank bereits vor einigen Jahren die Transaktionssignatur eingeführt, die mehr Schutz vor unbeabsichtigten Zahlungen an Dritte bietet. Neu kann jeder Benutzer diese Transaktionssignatur nun aber auch individuell einstellen und sie so seinen persönlichen Sicherheits-Bedürfnissen anpassen. Gleichzeitig wurde die Übersichtlichkeit im E-Banking verbessert, indem man die sicherheitsrelevanten Einstellungsmöglichkeiten im Menü Sicherheitseinstellungen zusammengefasst hat. Freibeträge, Signierungen und geografische Zulassungen von Karten oder Zahlungen können nun bequem auf einer Seite eingestellt werden.

Die gewichtigeren Änderungen erfuhr dieses Jahr allerdings die Mobile Banking App. Hier wurde im Juni eine komplett neue Version mit einem frischen Look and Feel und praktischen neuen Features eingeführt. Dank der kostenlosen Mobile Banking App haben unsere Kunden ihre Bank stets in der Hosentasche mit dabei und können weltweit rund um die Uhr auf Ihre Bankgeschäfte zugreifen. So behalten sie stets den Überblick über ihre Finanzen.

Funktionsübersicht der Mobile Banking App

  • Sicheres Login mit Touch ID / Face ID
  • Aktuelle Vermögensübersicht aller Konten und Depots
  • Überblick der letzten Transaktionen
  • Zahlungen jederzeit und intuitiv abwickeln
  • Elektronische Rechnungen via eBill-Portal rasch und unkompliziert bearbeiten und freigeben
  • Scan and Pay: Einzahlungsscheine und QR-Rechnungen scannen und freigeben
  • Börsengeschäfte direkt abwickeln
  • Anzeige der Karten und Bewirtschaftung von Geoblocking
  • Notfallnummern direkt aus der App wählbar
  • persönlich und sicher mit der Spar- und Leihkasse Frutigen AG kommunizieren

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