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Geschäftsabschluss 2021 der Spar- und Leihkasse Frutigen AG

Zu Beginn des neuen Jahres wünsche ich Ihnen, liebe Leser/-innen, sowohl privat als auch beruflich alles Gute. Das Leben in der Pandemie blieb im vergangenen Jahr aussergewöhnlich, distanziert und umständlich. Dennoch konnten erste Schritte aus der Pandemie versucht werden. Im heutigen Blog darf ich Ihnen ein gutes Geschäftsergebnis 2021 präsentieren. Mit Freude sind wir auch im 2022 für Sie da.

Unser wirtschaftliches Umfeld

Aus wirtschaftlicher Sicht verlief das Jahr 2021 erfreulich. Die prognostizierten Aufschwünge fanden in den vorliegenden ersten neun Monaten statt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) erwartet ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 3,0%. Der Start ins Jahr war allerdings schwierig. Für einige Branchen folgten zum zweiten Mal Lockdowns. Nach dem holprigen Beginn nahm die Schweizer Wirtschaft im zweiten (+1,5%) und im dritten Quartal (+1,6%) richtig Tempo auf. Vor allem die von Schliessungen betroffenen Branchen konnten im Anschluss ein starkes Wachstum erzielen, teils aber bedingt durch die tiefen Basisniveaus. Im dritten Quartal 2021 wurde das Vorkrisenniveau (4. Quartal 2019) übertroffen. Ungewohnte Lieferengpässe gepaart mit dem Preisanstieg der Rohstoffe machten die Situation für das verarbeitende Gewerbe dennoch äusserst anspruchsvoll. Zudem kamen die Unsicherheiten rund um die Coronapandemie gegen Jahresende wieder zurück.

Der Schweizer Arbeitsmarkt konnte sich im internationalen Vergleich sehr gut halten. Per Ende November lag die Arbeitslosenquote in der Schweiz bei 2,5% und im Kanton Bern bei 2,0%. Im Jahresdurchschnitt wurde eine gesamtschweizerische Quote von 3,3% erwartet und konnte mit effektiven 3,0% deutlich unterschritten werden. Im Vergleich zum Vorjahr steht eine leichte Abnahme zu Buche. Zudem verringerte sich auch die Anzahl Arbeitnehmende in Kurzarbeit um ganze 90%. Die von den Autofahrern gespürte Preisentwicklung der Kraftstoffe an der Zapfsäule spiegelte sich stark in der Inflation. Die Preise des Landesindex der Konsumentenpreise (LIK, Jahresdurchschnitt) stiegen im vergangenen Jahr um 0,6% an. Die Teuerung wurde vor allem durch höhere Kosten für Erdölprodukte sowie Mietwohnungen verursacht. Im internationalen Vergleich standen wir hier sehr gut da. Die monatlichen Inflationsraten lagen im Euroraum und den USA gegenüber den Vorjahresmonaten bei 4% und mehr.

Die Aufbruchstimmung war trotz neuen Virusvarianten und Lieferengpässen auch an den Börsen ersichtlich. Ob Asien, Europa oder Amerika, die Kurse kannten nur eines, die Richtung nach oben. Dabei erreichten die beiden Schweizer Indizes SMI (+20,29%) sowie SPI (+23,38%) hohe Zuwächse. Auch der Dax und der Dow Jones erzielten hohe, wenn auch leicht tiefere Gewinne. Die Zinslandschaft bewegte sich im vergangenen Jahr volatil.

Unser Geschäftsjahr 2021

Mit Freude darf ich auf ein gutes Geschäftsergebnis 2021 blicken. Unsere Kund/-innen zeigten auch im vergangenen Jahr ein grosses Interesse an unseren Dienstleistungen. Unser Hauptgeschäft, das Zinsengeschäft, konnte weiterwachsen. Ebenfalls stieg die Nachfrage nach unseren Angeboten im Anlagegeschäft, dies vor allem an unseren Vermögensverwaltungsprodukten.

Nun schauen wir uns die Entwicklungen der einzelnen Positionen im vergangenen Geschäftsjahr etwas genauer an.

Kundendeckungsgrad von 92.8% – unsere Bilanz per 31.12.2021

Die gesamten Ausleihungen betragen 1,46 Mrd. Franken. Dies ist eine Zunahme von 35,1 Mio. Franken oder 2,5%. Davon konnten die Hypothekarforderungen um 3,2% oder 40,8 Mio. Franken zulegen.

Etwas stärker wachsen konnte unsere Bank auf der Passivseite. Die Kundengelder erhöhten sich um 51,4 Mio. Franken oder 3,9%. Insgesamt dürfen wir 1,35 Mrd. Franken für unsere Kunden verwalten. Der Kundendeckungsgrad, also der Anteil der mit Kundengeldern finanzierten Ausleihungen, beträgt 92,8%. Gegenüber dem Vorjahr hat er sich um 1,3 Prozentpunkte erhöht.

Insgesamt wurde uns also mehr Geld anvertraut, als wir verleiht haben. Diesen sogenannten Refinanzierungsüberschuss setzten wir zur Rückzahlung von auslaufenden Pfandbriefdarlehen ein. Den Gesamtbestand weisen wir noch mit 226 Mio. Franken aus, was einer Abnahme von 13 Mio. Franken entspricht. Mit dem restlichen Betrag konnten wir unsere Liquiditätsreserven erhöhen.

Die Bilanzsumme erhöhte sich um 44,6 Mio. Franken oder 2,6% auf 1,76 Mrd. Franken.

Reingewinn von CHF 3.7 Mio. – unsere Erfolgsrechnung 2021

Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 1,5% an. Dazu trugen diverse Positionen bei. Einerseits konnten wir das Geschäftsvolumen erhöhen sowie anderseits auslaufende Pfandbriefdarlehen zu günstigeren Konditionen verlängern. Aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten, welche durch die Coronapandemie verursacht werden, bildeten wir erneut vorsichtshalber Wertberichtigungen in der Höhe von CHF 524'000.– zu Lasten der Erfolgsrechnung. Glücklicherweise mussten wir aber im vergangenen Jahr keine Ausfälle verkraften, die auf die Pandemie zurückzuführen wären. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft stieg gegenüber der letzten Rechnungsperiode dennoch um CHF 233'000.– oder 1,4% an.

Erfreulich verlief das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit einem Wachstum von 3,0% oder CHF 48'000.–. Dieser gestiegene Erfolg konnte dank Mehrerträgen im Anlagegeschäft erzielt werden. Dabei waren vor allem unsere beiden Vermögensverwaltungsprodukte "FlexPortfolio" und "OptiPortfolio" sehr gefragt. Rund 100 neue Mandate durften wir abschliessen. Bei diesen beiden Produkten übertragen uns die Kunden die Verantwortung für die Verwaltung ihres Geldes zur aktiven Bewirtschaftung an den Finanzmärkten.

Mit Zufriedenheit darf ich Ihnen auch von einer nur moderaten Kostenentwicklung berichten. Der Geschäftsaufwand steigerte sich erwartungsgemäss um 1,6%. Insbesondere setzten wir einige Ressourcen in die Digitalisierung von Prozessen ein. Dies führte zu höheren Betriebskosten in der Informatik. Pandemiebedingt passten wir unsere Marketingstrategie kurzfristig an und verlagerten die Aktivitäten hin zu den digitalen Kanälen, was zum tiefen Vorjahresaufwand ebenfalls Mehrkosten verursachte. Insgesamt blieben die Ausgaben unter den budgetierten Werten. So erreichten wir ein Kosten-/Ertragsverhältnis von guten 53,6%.

Auf unserem Anlagevermögen tätigten wir Abschreibungen im Umfang von beinahe 1,5 Mio. Franken. Im Vergleich zum Vorjahr bildeten wir eine um rund CHF 200'000.– höhere Delkredererückstellung mit Reservecharakter. Der Geschäftserfolg nahm mit knapp 6,7 Mio. Franken leicht zu. Den Reserven für allgemeine Bankrisiken wiesen wir rund 1,6 Mio. Franken zu. Zudem bezahlten wir 1,4 Mio. Franken an Steuern. Schlussendlich verbleibt ein Jahresgewinn von 3,7 Mio. Franken, der um 1,3% über dem Ergebnis 2020 liegt.

Wir stärken unsere Eigenmittel

Der Verwaltungsrat beantragt an der Generalversammlung eine unveränderte Dividende von 16% bzw. CHF 40.-- pro Aktie. Der Ausschüttungsbetrag in der Höhe von 1,6 Mio. Franken ist wie in den Vorjahren zulasten der Reserve aus steuerbefreiten Kapitaleinlagen vorgesehen. Für Privatpersonen ist die Dividende damit steuerfrei. Der Generalversammlung steht eine Gewinnverwendung von rund 5,4 Mio. Franken zur Verfügung. Diese setzt sich aus dem Jahresgewinn, dem Gewinnvortrag sowie aus der Entnahme von 1,6 Mio. Franken aus den steuerbefreiten Kapitaleinlagen zusammen.

Die anrechenbaren Eigenmittel können mit der geplanten Gewinnverwendung um 5,9 Mio. Franken auf neu 153,7 Mio. Franken verstärkt werden. Dieses hohe Eigenkapital ist ein Sicherheits- und Stabilitätsmerkmal unserer Bank. Es ermöglicht uns zusammen mit weiteren Kriterien die Teilnahme am sogenannten Kleinbankenregime der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. Dies bringt uns regulatorische Erleichterungen gegenüber nicht teilnahmeberechtigten Banken.

Gestiegener Aktienkurs

Der Wert der SLF-Aktie lag Ende 2021 bei CHF 2'360.--/2'410.-- (Geld-/Briefkurs), was um je CHF 60.-- über dem Vorjahreswert liegt. Dies bedeutet nebst der Dividendenrendite von rund 1,7% einen Wertzuwachs von 2,6%.

Ein Blick in die Zukunft

Mit grossem Elan sind wir bereits ins neue Geschäftsjahr gestartet. In unserem Budget gehen wir von einer konstant guten Geschäftsentwicklung aus. Wir erwarten eine Volumenzunahme bei den Ausleihungen. Im Gleichschritt zu diesen wollen wir auch die uns anvertrauten Kundengelder steigern sowie im Anlagegeschäft weiter zulegen. So ergibt sich ein leicht höherer Geschäftserfolg und eine moderate Gewinnsteigerung.

Das Jahr 2022 bringt aber auch neben den Zahlen wichtige und zukunftsweisende Veränderungen. Einerseits habe ich mich entschieden, per 30. April 2022 in den Ruhestand zu gehen. Mein Nachfolger wird mit Stephan Bärtschi ein SLF-Eigengewächs, das bereits die Lehre bei der Frutigkasse absolviert hat. Er ist seit vielen Jahren bereits mein Stellvertreter und damit bestens für die neuen Aufgaben vorbereitet. Ich wünsche Stephan viel Erfolg und Freude bei seiner zukünftigen Tätigkeit. Die Funktion des stellvertretenden Direktors übernimmt Marco Loosli zusätzlich zu seinen jetzigen Aufgaben.

Anderseits erhielten wir im Herbst den positiven Bauentscheid für das bereits länger geplante Neubauprojekt der Bankliegenschaft Reichenbach. Auf dem bisherigen Areal entsteht bis Ende 2023 unsere neue Bankagentur, in der wir alle gewohnten Dienstleistungen anbieten werden. Weiter ist auf Strassenniveau ein Gewerberaum geplant. In den oberen Geschossen werden moderne Mietwohnungen realisiert. Abgerundet wird das Projekt mit einer Einstellhalle.

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Anrede*

Ein Beitrag von

Daniel Schneiter

Direktor I Mitglied der Geschäftsleitung

lic. rer. pol., Finanzplaner mit eidg. Fachausweis
Eintritt 2003

Als Direktor hat er den Gesamtüberblick über alle finanziellen und operativen Aspekte der Bank. Durch seine langjährige Bankerfahrung ist er in der Branche gut vernetzt.