Säule 3a - Die Anlagefavoritin

Falls für Sie eine jährliche Sparquote möglich ist, sie also einen jährlichen Betrag zur Verfügung haben, den Sie nicht für tägliche Ausgaben oder Anschaffungen benötigen, dann sollten Sie diese zuerst in die Säule 3a investieren. Doch was ist die beste Option - Bank- oder Versicherungslösung, Kontoguthaben oder Wertschriften?

Die in die Säule 3a einbezahlten Beträge können vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und bringen dadurch eine spürbare Steuerentlastung. Bei Einzahlungen von 7'000 Franken pro Jahr beträgt die Reduktion je nach Steuersituation zwischen 1'000 und 2'500 Franken. Einzahlungen für dieses Jahr können noch bis Ende Jahr erfolgen. Die meisten Banken sind in der Lage, sowohl Bank- wie auch Versicherungslösungen anzubieten. Welches jeweils die ideale Lösung ist, kann nur ein Gespräch mit Einbezug der Themen Vermögensberatung und Vorsorgeanalyse sowie der Ausrichtung auf individuelle Bedürfnisse aufzeigen.

Das muss man über die individuelle Vorsorge 3a wissen

Personenkreis

Alle in der Schweiz wohnhafte Arbeitnehmende mit AHV-pflichtigem Einkommen und Selbständigerwerbende sind einzahlungsberechtigt. Für Ehepartner ist der Abschluss individuell möglich.

Zeithorizont

Ab dem 18. Altersjahr bis zur ordentlichen Pensionierung gemäss AHV. Personen, die über das ordentliche Rentenalter hinaus erwerbstätig sind, können den Bezug der Altersleistung um maximal fünf Jahre über das Rentenalter hinaus aufschieben. Ebenso können sie weiterhin Beiträge leisten und diese bis zum Maximalbetrag steuerlich in Abzug bringen. Diese Regelung gilt auch für Personen, die sich ihr Alterskapital bereits auszahlen liessen. Wer beispielsweise 66-jährig und immer noch erwerbstätig ist, hat die Möglichkeit, ein neues Säule 3a-Konto zu eröffnen. Ist man aber nicht mehr in einer Pensionskasse versichert, sollte das Jahreseinkommen über 10'000 Franken ausmachen, damit man bei der aktuellen Ausgestaltung der Steuererklärung Vorteile erzielt.

Begünstigung

Im Erlebensfall werden die Guthaben dem Vorsorgenehmenden ausbezahlt. Im Todesfall geht das Kapital an die Ehegattin, den Ehegatten oder bei dessen Fehlen an die direkten Nachkommen und Personen, für deren Unterhalt der Verstorbene massgeblich aufgekommen ist oder in den letzten fünf Jahren eine Lebensgemeinschaft geführt hat.

Verpfändung

Nur für selbstbewohntes Wohneigentum ist die Verpfändung möglich.

Indirekte Amortisation

Bei selbstbewohntem Wohneigentum kann via Säule 3a amortisiert werden.

Schutz

Im Konkursfall ist die Säule 3a vor ihrer Fälligkeit unpfändbar.

Vorzeitige Auflösung

In folgenden Fällen kann die  Säule 3a vorzeitig bezogen werden:

  • Beim endgültigen Verlassen der Schweiz
  • Alle fünf Jahre zur Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum sowie zur Abzahlung von Hypotheken
  • Bei einer Vollinvalidität
  • Beim Einkauf in die 2. Säule
  • Innert Jahresfrist bei Aufnahme einer selbständigen Erwerbstätigkeit

Steuerabzug der Beiträge

Erwerbstätige mit 2. Säule können aktuell maximal 6'883 Franken (2023: 7'056 Franken) steuerlich in Abzug bringen. Bei Erwerbstätigen ohne 2. Säule können bis 20 % des Erwerbseinkommens, aber maximal 34'416 Franken (2023: 35'280 Franken) pro Jahr in Abzug gebracht werden.

 

Vorsorgekonto und Wertschriftenlösung bei Banken

In der Regel wird mit einem Vorsorgekonto bei einer Bank im Vergleich zu einer Versicherungslösung eine bessere Rendite erzielt. Zudem ist eine Banklösung flexibler. Die Höhe der Einzahlung kann jährlich aufgrund der vorhandenen Liquidität frei gewählt, auf dem Vorsorgekonto gutgeschrieben und dort stehen gelassen werden. Diese Variante wählen vor allem risikoscheue Personen, die Kursschwankungen auf dem Vorsorgekapital vermeiden möchten. Die Kontovariante empfiehlt sich für Vorsorgesparer mit kurzem Zeithorizont, die zum Beispiel vor der Pensionierung stehen. Das Vorsorgekonto wird aktuell wieder mit ansteigenden Sätzen verzinst. Anleger mit längerfristigem Zeithorizont und entsprechender Risikotoleranz investieren deshalb in Sondervermögen mit unterschiedlicher Aktienquote bei einer BVG-Anlagestiftung. Dabei kommen dem Anleger die Erkenntnisse der modernen Portfoliotheorie zu Nutzen: Mehr Rendite gibt’s nur durch höheres Risiko. Da Crashs und Booms aber kommen und gehen, reduziert ein langfristiger Anlagehorizont die Verlustwahrscheinlichkeit. Das Kapital ist zudem am besten diversifiziert anzulegen. Aktien sind ab einem Anlagehorizont von zehn Jahren in der Regel die erste Wahl. In die Säule 3a können Sparer mittlerweile in Produkte investieren, die einen sehr hohen Aktienanteil aufweisen. Diese haben in den vergangenen Jahren teilweise sehr hohe Erträge erzielt. Der Trend geht hin zu kostengünstigen, transparenten Anlageformen, also weg von verdeckten Rückvergütungen, hin zu Depotgebühren. Die Anlagen können jederzeit kostenlos gekauft und verkauft werden. Durch jährliche Einkäufe in Wertpapieranlagen profitiert man zusätzlich von den Vorteilen eines Sparplanes: Bei gleichbleibenden Investitionsbeträgen werden bei hohen Kursen weniger und bei tiefen Kursen mehr Anteile gekauft. Dies ergibt langfristig einen interessanten und fairen Einstandspreis. Wertpapieranlagen sind also in der aktuellen Tiefzinsphase und der erfolgten Börsenkorrektur im Vorteil. Auch ein Wechsel von der Kontoversion in die Wertschriftenlösung ist aktuell zu überlegen.

Gebundene Vorsorgepolice bei Versicherungen.

Vorsorgepolicen können wie „normale“ Versicherungen ausgestaltet sein. Im Gegensatz zum Bankvorsorgekonto verpflichtet sich der Vorsorgenehmer auf eine bestimmte, meist sehr lange Laufzeit. Die vertraglich vereinbarte Prämie muss man in der Regel Jahr für Jahr entrichten. Ist man dazu einmal nicht bereit oder nicht in der Lage, muss man die Versicherung evtl. prämienfrei stellen lassen. Wer das Guthaben zum Beispiel für den Erwerb von Wohneigentum vorzeitig bezieht, erhält nur den Rückkaufswert der Versicherung. Diese Tatsachen können mit finanziellen Einbussen verbunden sein.

Steuerliche Behandlung - Vorsorgebezüge staffeln und sparen

Ab 60'000 Franken Kapital macht es Sinn, ein zweites Konto zu eröffnen. Die Anzahl der Säule 3a-Konti ist aufgrund der Gesetzgebung nicht beschränkt. Pro Vorsorgeeinrichtung einer Bank sind also mehrere erlaubt. Die jährliche maximale Einzahlungslimite darf aber trotz Einzahlung auf verschiedene Konti nicht überschritten werden. Mehrere Konti besitzen den Vorteil, dass deren Auszahlungen, verteilt auf mehrere Kalenderjahre, steuerlich günstiger gestaffelt werden können. Dadurch wird eine markante Verbesserung der Steuerprogression erzielt. Weiter sollte man beachten, dass Kapitalleistungen aus der 2. Säule (Pensionskasse) nicht im selben Kalenderjahr bezogen werden, da sie sonst zu den Auszahlungsbeträgen der Säule 3a addiert werden. Wie bereits erwähnt, können die investierten Beträge vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Rückzahlungen werden zu speziellen Sätzen getrennt vom übrigen Einkommen besteuert. Die Abschlüsse in der Säule 3a unterliegen während der Laufzeit keiner Vermögenssteuer, es werden auch keine Verrechnungssteuern abgezogen und die Zinserträge unterliegen nicht der Einkommenssteuer.

Aus den genannten Gründen empfehlen wir Ihnen, die Vorteile der Säule 3a zu nutzen. Die Höhe der jährlichen Einzahlungen ist dabei zweitrangig. Falls wir Ihr Interesse geweckt haben oder Sie eine Frage klären möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Unsere Kundenberater stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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Ein Beitrag von

Beat Schmid-Lüscher

Leiter Finanz I Co-Leiter Beratung I Mitglied der Geschäftsleitung

Bankfachmann, Finanzplaner und Immobilienverwalter mit eidg. FA, Immobilientreuhänder
Eintritt 1983

Als Leiter Finanz und Co-Leiter Beratung ist er für das Anlageportfolio der Bank verantwortlich. Durch die langjährige Praxiserfahrung ist er ein kompetenter Gesprächspartner in sämtlichen Bankthemen mit einem speziellen Augenmerk auf das Anlagegeschäft.