Finanzierungen und Wertschriftenangebote bleiben gefragt
Die Halbjahresbilanz der Spar- und Leihkasse Frutigen AG (SLF) liest sich grösstenteils erfreulich. Ein starkes Ausleihungsgeschäft steht einer herausfordernden Situation bei den Kundengeldern gegenüber. Die Erfolgsrechnung zeigt zeitgleich eine positive Entwicklung.
Die SLF blickt auf ein solides Halbjahresergebnis zurück und setzt ihren nachhaltigen Wachstumskurs fort. Besonders erfreulich entwickelte sich das Ausleihungsgeschäft. Die Kundenausleihungen stiegen im Berichtszeitraum um 1,8 Prozent oder 29,0 Mio. Franken an. Dieses Wachstum unterstreicht die starke Verankerung im Marktgebiet sowie das anhaltende Vertrauen der Kundinnen und Kunden.
Die Zinssituation präsentierte sich stabil. Der Leitzins wurde im Gegensatz zu EU in der Schweiz nicht verändert und liegt weiterhin bei 0,0%. Dieses tiefe Zinsniveau macht das Sparen weniger attraktiv, was die Gewinnung von neuen Kundengeldern als schwierig gestaltet. So konnten diese mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent nur marginal gesteigert werden. Die Bilanzsumme wuchs um 18,4 Mio. Franken auf neu 1,94 Mrd. Franken an.
Verbessertes Angebot in der Vermögensverwaltung zeigt Wirkung
Die Einnahmen entwickelten sich sehr erfreulich. Mit einer Zunahme von 6,3% zeigt der Bruttoerfolg ein starkes Ergebnis. Haupttreiber war der gesteigerte Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft. Die Kommissionserträge weisen zur Vorjahresperiode ein kleines Minus aus. Dies ist vor allem auf ein aussergewöhnlich starkes Vergleichssemester bei den Börsentransaktionen zurückzuführen. Positiv aufgenommen wurden die verbesserten Vermögensverwaltungsangebote. Die per 1. Januar 2026 eingeführten Änderungen fanden Anklang. Durch die um drei Ausprägungen erweiterte Produktpalette kann nun ein breiteres Bedürfnisspektrum der Kundschaft abgedeckt werden. So konnten insgesamt 54 neue Mandate abgeschlossen werden, was einer Zunahme von 7,5% entspricht.
Die Kosten entwickelten sich innerhalb der Erwartungen. Zum Vorjahressemester wurde in die Personalstruktur investiert, was sich an den um 3,0 Vollzeitstellen erhöhten Personalbestand zeigt. So ist es die logische Folge, dass der Personalaufwand angestiegen ist. Der Sachaufwand erhöhte sich um marginale CHF 19'000.--, was aber mit einmaligen Aufwänden im Vorjahr zu erklären ist. Der Kostentrend insbesondere für IT-Dienstleistungen zeigt nach oben. Anschliessend konnten die geplanten Abschreibungen sowie Rückstellungszuweisung getätigt werden. Der Geschäftserfolg steigerte sich um 5,3% oder CHF 211'000.-- auf 4,2 Mio. Franken. Durch die erhöhte Einlage in die Reserven für allgemeine Bankrisiken bewegt sich der Halbjahresgewinn mit 2,0 Mio. Franken auf Vorjahreshöhe.
Nachfolgeprozess erfolgreich abgeschlossen
Der seit längerer Zeit geplante Übergabeprozess der Kundschaft unseres langjährigen Kundenberaters Ruedi von Känel zu Carla Steiner konnte erfolgreich durchgeführt werden. Ruedi von Känel verabschiedete sich nach 46 Jahren im Dienst der SLF per Ende Juni in Pension. Die Frutigerin Carla Steiner konnte in ihr neues Aufgabengebiet eingearbeitet werden und wird die Kundschaft in der gewohnt hohen Qualität betreuen und freut sich auf die zahlreichen neuen Begegnungen.
Unterschiedliche Ausgangslage
Die Erwartungen fürs zweite Semester zeichnen ein differenziertes Bild. Im Ausleihungsgeschäft dürften die Ziele erreicht werden. Das angestrebte ausgeglichene Wachstum mit den Kundengeldern wird wohl ausser Reichweite bleiben. Gemäss Prognosen kann die SLF bei der Erfolgsrechnung vom geplanten Ergebnis ausgehen.