Pensionsplanung - Weshalb lohnt sich eine frühzeitige Planung

Frutiger Anzeiger Finanzratgeber 27.10.2026

Mit der Pensionierung beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Eine frühzeitige Planung hilft, die finanziellen Möglichkeiten mit den persönlichen Wünschen abzustimmen. Die SLF begleitet ihr Kundinnen und Kunden bei wichtigen Entscheidungen und der Umsetzung ihres individuellen Pensionsplans.

Die Weichen frühzeitig stellen

Eine Pensionsplanung beginnt mit einem Überblick über die persönliche Situation. Dazu zählen die erwarteten Leistungen aus Al-IV und Pensionskasse, die private Vorsorge sowie Vermögenswerte und Verpflichtungen. Auch Wohneigentum, eine Hypothek oder die Absicherung des Partners spielen eine Rolle. In einem Budget werden die künftigen Ausgaben aufgelistet. Dem gegenüber stehen die künftigen Einnahmen, wonach möglicher Handlungsbedarf aufgezeigt wird.

Wer frühzeitig plant, gewinnt Zeit, um verschiedene Möglichkeiten zu prüfen und die nächsten Schritte vorzubereiten. Dabei geht es um finanzielle Fragen und persönliche Ziele: Wann möchte ich aufhören zu arbeiten? Wie stelle ich mir meinen Alltag vor? Welche grösseren Ausgaben sind geplant?

Ein wichtiger Entscheid betrifft das Pensionskassenguthaben. Soll es als Rente, als Kapital oder in einer Kombination bezogen werden? Auch eine vorzeitige Pensionierung oder ein schrittweiser Rückzug aus dem Berufsleben will sorgfältig geprüft werden. Die Varianten wirken sich unterschiedlich auf Einkommen, Vermögen und Steuerbelastung aus.

Daher müssen die einzelnen Schritte aufeinander abgestimmt werden. Beim Bezug von Geldern aus der Pensionskasse und der Säule 3a spielt der Zeitpunkt eine wichtige Rolle. Ebenso gilt es, Fristen und persönliche Veränderungen im Auge zu behalten. Ein Pensionsplan mit konkreten Handlungsempfehlungen schafft Orientierung und hilft, Entscheidungen rechtzeitig vorzubereiten.

Die SLF erstellt individuelle Pensionspläne und begleitet ihre Kundinnen und Kunden bei der Umsetzung. Sarah Sieber, Leiterin Vorsorge und Finanzplanung, erläutert im Interview, weshalb sich ein früher Planungsbeginn lohnt und worauf es dabei ankommt.

Wer früh plant, schafft sich Spielraum für die Pensionierung

Frutiger Anzeiger: Frau Sieber, weshalb lohnt es sich, die Pensionierung frühzeitig zu planen, und wann sollte man damit beginnen?

Sarah Sieber: Zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr ist ein guter Zeitpunkt, um sich erstmals mit der Pensionsplanung auseinanderzusetzen. Selbstverständlich ist es auch zu einem späteren Zeitpunkt – selbst über 60 – noch sinnvoll, die Pensionierung zu planen. Bei gewissen Themen, wie beispielsweise einem Einkauf in die Pensionskasse oder einem Vorbezug für Wohneigentum, gilt es jedoch, wichtige Fristen zu beachten. Eine frühzeitige Planung schafft somit Spielraum, um verschiedene Möglichkeiten zu prüfen und die Weichen für die Zeit nach der Pensionierung rechtzeitig zu stellen.

Viele Menschen fragen sich: „Reicht mein Geld, um nach der Pensionierung meinen gewohnten Lebensstandard zu halten?“ Wie gehen Sie dieser Frage gemeinsam mit Ihren Kundinnen und Kunden nach?

Um diese Frage anhand unserer Berechnungen fundiert beantworten zu können, ist das persönliche Budget ein zentrales Element der Pensionsplanung. Wir unterstützen unsere Kundinnen und Kunden bei der Erstellung und Überprüfung ihres Budgets. Dabei berechnen wir beispielsweise die voraussichtliche Steuerbelastung und die Kosten für das Eigenheim. Auch bei der Einschätzung und Berechnung weiterer Budgetpositionen stehen wir beratend zur Seite. So erhalten wir eine fundierte Grundlage, um aufzuzeigen, ob die finanziellen Mittel ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung beizubehalten.

Rente, Kapital oder eine Kombination aus beidem: Worauf kommt es bei dieser Entscheidung an?

Hier gibt es keine allgemeingültige Antwort. Entscheidend sind die persönlichen Lebensumstände und die individuellen Wünsche unserer Kundinnen und Kunden. Dabei gilt es insbesondere, die Absicherung des Partners, die finanzielle Flexibilität im Alter, die Deckung des persönlichen Budgets sowie die Sicherheit und das Langleberisiko zu berücksichtigen.

Im Rahmen einer Pensionsplanung werden diese Fragen eingehend besprochen. Gemeinsam schaffen wir die Grundlagen, um verschiedene Varianten miteinander zu vergleichen und so die optimale Lösung für unsere Kundinnen und Kunden zu finden.

Früher in Pension gehen oder das Arbeitspensum schrittweise reduzieren: Welche finanziellen Fragen müssen dafür rechtzeitig geklärt werden?

Wer eine Frühpensionierung oder eine schrittweise Reduktion des Arbeitspensums plant, sollte sich frühzeitig mit den finanziellen Auswirkungen auseinandersetzen. Wichtig ist insbesondere die Frage, wie sich der frühere oder teilweise Rückzug aus dem Erwerbsleben auf die Leistungen aus der AHV und der Pensionskasse auswirkt und wie sich die Einkommenslücke bis zur ordentlichen Pensionierung überbrücken lässt. Auch die Auswirkungen auf die Steuern sollten berücksichtigt werden.

Weshalb sollten Kapitalbezüge aus der Pensionskasse und der Säule 3a aufeinander abgestimmt werden? Können Sie anhand eines einfachen Beispiels zeigen, welche Rolle der Zeitpunkt für die Steuerbelastung spielt?

Kapitalbezüge aus der Pensionskasse und der Säule 3a sollten frühzeitig aufeinander abgestimmt werden, da sie sich sowohl auf die Steuerbelastung als auch auf die finanzielle Situation nach der Pensionierung auswirken.

Ein Beispiel: Bei der Pensionierung stehen CHF 300 000 aus der Pensionskasse sowie zwei Säule-3a-Konten mit je CHF 50 000 zur Verfügung. Werden alle drei Beträge im gleichen Jahr bezogen, werden die Kapitalleistungen für die Steuerberechnung zusammengerechnet. Aufgrund der Steuerprogression kann dies zu einer höheren Steuerbelastung führen.

Durch eine frühzeitige Planung lassen sich die Bezüge gezielt auf mehrere Jahre verteilen. So können beispielsweise die beiden Säule-3a-Konten in unterschiedlichen Jahren bezogen werden. Auch bei der Pensionskasse gibt es – je nach persönlicher Situation und den geltenden Reglementen – die Möglichkeit, mittels einer Teilpensionierung den Kapitalbezug zeitlich zu staffeln.

Eine vorausschauende Abstimmung der verschiedenen Kapitalbezüge kann dazu beitragen, die Steuerprogression zu brechen und die Steuerbelastung zu reduzieren.

Ihre Wünsche stehen im Mittelpunkt

Wie entsteht bei der SLF ein Pensionsplan, der zur persönlichen Situation und den eigenen Wünschen passt?

Zunächst ist uns das persönliche Kennenlernen unserer Kunden besonders wichtig. Wir nehmen uns Zeit, ihre individuellen Bedürfnisse, Ziele und Wünsche zu verstehen. Anschliessend verschaffen wir uns einen umfassenden Überblick über ihre aktuelle finanzielle Situation. Auf dieser Grundlage erstellen wir eine Pensionsplanung, die auf ihre persönliche Lebenssituation abgestimmt ist.

Sie begleiten Ihre Kundinnen und Kunden auch bei der Umsetzung und senden ihnen jährlich eine aktualisierte Terminliste. Welche wichtigen Fristen gilt es im Auge zu behalten, und wie wird der Pensionsplan bei Veränderungen der Lebenssituation angepasst?

Im Rahmen einer Pensionsplanung gilt es, zahlreiche Fristen und Termine rechtzeitig im Auge zu behalten. Wurden beispielsweise Einkäufe in die Pensionskasse getätigt, gilt eine dreijährige Sperrfrist für Kapitalbezüge. Auch bei der Säule 3a lohnt sich eine frühzeitige Planung: Je nach Pensionierungszeitpunkt können die Guthaben gestaffelt bezogen und die Einzahlungen entsprechend geplant werden.

Die Terminplanung bleibt flexibel und kann bei veränderten persönlichen Umständen jederzeit angepasst werden. Verändert sich beispielsweise die berufliche oder familiäre Situation, hat dies möglicherweise auch Auswirkungen auf die finanzielle Planung und die Altersvorsorge. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Pensionsplanung zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu überprüfen und an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Für eine Ausarbeitung sowie die Überarbeitung eines Pensionsplanes bieten wir einen transparenten Pauschalpreis an, sodass die Kosten von Anfang an klar ersichtlich sind.

Ihr persönlicher Tipp zum Schluss: Welchen ersten Schritt empfehlen Sie jemandem, der sich bisher noch nicht näher mit seiner Pensionierung beschäftigt hat?

Warten Sie nicht zu lange und setzen Sie sich frühzeitig mit Ihrer Pensionierung auseinander. Ein erster Schritt kann ein Orientierungsgespräch sein, das wir unseren Kundinnen und Kunden anbieten. Dabei zeigen wir auf, welche Möglichkeiten bestehen und welche Themen es individuell zu berücksichtigen gilt. So erhalten Sie einen ersten Überblick über Ihre finanzielle Situation und können frühzeitig wichtige Weichen stellen – beispielsweise hinsichtlich des Bezugs Ihres Vorsorgevermögens. Ziel ist es, eine gute Grundlage zu schaffen, damit Sie Ihre Pensionierung bewusst planen und Ihre persönlichen Wünsche und Ziele bestmöglich berücksichtigen können.

Vielen Dank für das Gespräch! Interview: Sebastian Baader

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