}

Finanzielle Klarheit in jeder Lebensphase

Vorsorge ist wichtig, allerdings gilt es, die verschiedensten Szenarien zu berücksichtigen. Beat Schmid-Lüscher, Leiter Finanz und Co-Leiter Beratung erläutert, wie sich die persönliche Situation auf die Planung auswirkt.

Finanzratgeber

Erschienen im Frutigländer Nr. 97, 13. September 2019

 

  • Warum ist Vorsorge wichtig?

    Sie denken an die Zukunft und möchten Ihr Leben unbeschwert geniessen? Ob für den gezielten Vermögensaufbau im Hinblick auf Ihren Ruhestand oder die Erhaltung des Lebensstandards für Sie und Ihre Angehörigen bei einer Erwerbsunfähigkeit und im Todesfall. Das Abdecken von Risiken - auch mit Versicherungspolicen - ist eine Leistung, die immer mehr Banken aktiv als Komplettservice anbieten.

  • Die drei Säulen in der Vorsorge

    Das Vorsorgemodell der Schweiz hat zum Ziel, den gewohnten Lebensstandard im Alter, bei Invalidität und im Todesfall für Sie und Ihre Angehörigen zu erhalten.

    1. Säule - Die staatliche Vorsorge. Existenzsicherung mit AHV und Ergänzungsleistungen.

    2. Säule - Die berufliche Vorsorge. Weiterführung der gewohnten Lebenshaltung. Obligatorische und Überobligatorische Vorsorge.

    3. Säule - Die private Vorsorge. Gebundene Vorsorge 3a und Freie Vorsorge 3b.

  • Welche Bedürfnisse haben Sie?

    Unabhängig davon, ob Sie gerade ins Berufsleben einsteigen, eine Familie gründen, Wohneigentum kaufen oder sich mitten in der Planung Ihres Ruhestandes befinden, in jeder Lebensphase ergeben sich unterschiedliche Bedürfnisse, die es zu berücksichtigen gilt. Auf Basis Ihrer persönlichen Situation ist es sinnvoll, sich mit verschiedenen Fragestellungen und Szenarien zu befassen.

  • Wie sorgen Sie für Ihren Ruhestand vor?

    Sie haben das Bedürfnis, individuell für den Ruhestand zu sparen. Vorsorgekonten,
    -policen und das breite Angebot an Wertschriftenlösungen unterstützen Sie beim persönlichen Vermögensaufbau.

  • Sind Sie und Ihre Angehörigen abgesichert?

    Bei Erwerbsunfähigkeit oder im Todesfall ist mit finanziellen Einbussen zu rechnen, da die staatliche und berufliche Vorsorge oft nur einen Teil des heutigen Einkommens decken. Eine passende Risikoversicherung schliesst die Lücke, die durch solche Ereignisse entstehen kann.

    Todesfallversicherung: Damit schützen Sie Ihre Familie, Ihnen nahestehende Personen oder Ihren Geschäftspartner vor Geldsorgen. Im Todesfall erhalten Ihre Hinterbliebenen ein Kapital ausbezahlt. Dieses ermöglicht Ihnen, Ausgaben zu decken, damit der gewohnte Lebensstandard beibehalten werden kann. Die Höhe des Todesfallkapitals können Sie je nach Bedürfnis konstant oder linear abnehmend festlegen.

    Erwerbsunfähigkeitsrente: Sie verhindert finanzielle Engpässe durch Lohnausfall. Falls Sie wegen Unfall oder Krankheit erwerbsunfähig werden, wird Ihnen nach Ablauf der Wartefrist von meistens zwei Jahren eine Rente ausbezahlt. Dieses Ersatzeinkommen trägt dazu bei, dass Sie Ihre laufenden Verpflichtungen weiterhin erfüllen können. Die Höhe der Erwerbsunfähigkeitsrente und die Dauer der Wartefrist werden individuell nach Ihren Bedürfnissen bestimmt.

    Prämienbefreiung: Werden Sie erwerbsunfähig, übernimmt die Versicherungsgesellschaft nach Ablauf der Wartefrist für Sie die Prämienzahlung. So sind der Erhalt des Versicherungsschutzes im Todesfall und das Erreichen des Sparziels auch bei einer Invalidität sichergestellt.

    Gemischte Versicherung: Hier kombinieren Sie die Absicherung nahestehender Personen im Todesfall und/oder Erwerbsunfähigkeit mit dem gezielten Aufbau eines Vorsorgekapitals für das Alter mit Prämienbefreiung. Dabei stehen Ihnen traditionelle Versicherungen mit garantiertem Zins oder fondsgebundene Lösungen zur Auswahl. Ideal wenn Ihnen ein Partner zur Seite steht, der Ihnen aus allen Versicherungslösungen unabhängig und neutral die drei besten Angebote zur Auswahl präsentieren kann.

    Beispiel Todesfallversicherung: Frau, 1.10.1979 (40), Kaufm. Angestellte, Versicherungssumme von CHF 100'000 konstant, Dauer von 10 Jahren. Hier bewegen sich die Nettoprämien aller Versicherungsgesellschaften zwischen CHF 107 und CHF 240 pro Jahr für Nichtraucher und CHF 225 und CHF 354 für Raucher.

    Beispiel Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Mann, 1.10.1974 (45) Kaufm. Angestellter, Versicherungssumme von CHF 24'000 pro Jahr, Krankheit und Unfall, Wartefrist 24 Monate inkl. Prämienbefreiung, Dauer von 20 Jahren. Hier notieren wir Nettoprämien aller Versicherungsgesellschaften zwischen CHF 826 und CHF 1'496 pro Jahr unabhängig ob Raucher und Nichtraucher.

    Vorsorgebedarf festlegen:
    - Welches Einkommen wird bei einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit (erste zwei Jahre) benötigt?
    - Welches Einkommen wird bei einer langfristigen Erwerbsunfähigkeit (ab 3. Jahr) bis zum Pensionsalter im Minimum benötigt?
    - Welches Einkommen wird ab dem Pensionsalter benötig und wie kann das benötigte Kapital auch bei Erwerbsunfähigkeit angespart werden?
    - Welches Einkommen benötigt der überlebende Ehegatte bei einem allfälligen Todesfall?

    Grundsätzlich kann die Risikoabdeckung ab der Berufswahl oder Studium das künftige Erwerbseinkommen bei Erwerbsunfähigkeit absichern. Bei der Familiengründung werden zusätzlich die nächsten im Todesfall abgesichert. Bei Kauf Wohneigentum ist die Tragbarkeit und die Amortisation der Hypothek abzusichern.

    Aufstellung der vorhandenen Leistungen:
    - Hinterlassenenleistungen und Invalidenrente von der AHV und IV
    - Lohnfortzahlung des Arbeitsgebers
    - Krankentaggeld
    - Leistungen der Unfallversicherung (UVG)
    - Todesfall- und Erwerbsunfähigkeitsleistungen aus dem BVG
    - Private Todesfall- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen

    Analyse von Lücken und Überversicherungen:
    Anschliessend wird Ihr Vorsorgebedarf Ihren aktuell versicherten Leistungen gegenübergestellt, um sowohl Deckungslücken wie auch allfällige Überversicherungen aufzuzeigen.

    Massnahmen treffen:
    Ihr Berater wird Ihnen anschliessend geeignete Massnahmen vorschlagen. Gesetzliche Änderungen, Anpassungen in der Vorsorge Ihres Arbeitgebers oder veränderte private Umstände haben Auswirkungen auf Ihre Vorsorgesituation. Sie sollten daher mindestens alle fünf Jahre Ihre Analyse aktualisieren lassen.

  • Wie verwenden Sie Ihr Vermögen im Ruhestand?

    Im Ruhestand besteht Ihr Einkommen in der Regel aus Rentenleistungen der staatlichen und beruflichen Vorsorge. Zudem verfügen Sie vielleicht über ausbezahlte Gelder der privaten Vorsorge oder Sie haben einen Kapitalbezug aus der Pensionskasse getätigt. Diese Vermögenswerte können Sie gezielt einsetzen, um daraus ein regelmässiges Einkommen zu generieren. Wertschriftenlösungen, Auszahlungspläne mit Garantie und Leibrentenversicherungen können Sie bei diesem Vorhaben unterstützen.

Beat Schmid-Lüscher, Mitglied der Geschäftsleitung. Leiter Finanz und Co-Leiter Beratung